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Die eisenzeitliche Siedlung von Neuss-Holzheim

Von Ende Mai bis Mitte Juli 2014 wurde von der Firma ARCHBAU im Zuge der Errichtung einer Skulpturenhalle durch die Thomas Schütte Stiftung auf dem Gelände der Museumsinsel in Neuss-Holzheim eine Fläche von etwa 1,5 ha archäologisch untersucht.

Bei der Untersuchung konnten die Reste einer eisenzeitlichen Siedlung aus der Periode Hallstatt D/C archäologisch nachgewiesen werden. Insgesamt wurden 54 Befunde aus dieser Zeit aufgedeckt. Es handelte sich im Wesentlichen um Reste von Pfostenstellungen und Gruben. Eine Ausnahme bildete der Befund eines Grubenhauses bzw. einer Werkgrube. Auf der untersuchten Fläche konnte deutlich zwischen einem Siedlungs- und einem Arbeitsbereich unterschieden werden. Pfostenstellungen fanden sich nur im Nordosten des Grabungsareals, Gruben dagegen überwiegend im südwestlichen Grabungsareal. Zudem deutet der Fund einiger Fragmente latènezeitlicher Keramik für diesen Platz eine Siedlungskontinuität innerhalb der Eisenzeit an.

Ebenfalls konnte ein Lagerplatz aus der Endphase des Dreißigjährigen Krieges aufgedeckt werden. In der aufgezogenen Fläche waren deutlich die Reste von 25 Feuerstellen zu erkennen. In ihnen fand sich nur wenig Keramik aber dafür jede Menge Eisenschrott – vor allem Nägel und Beschläge, die von Toren, Türen, Fensterläden und Kisten stammten. Vermutlich stammten sie aus den im Umland gelegenen Gehöften und wurden als Brennholz für die Lagerfeuer verwendet.