Publikationen

Die zunehmende Flächennutzung unserer sich rasant entwickelnden Gesellschaft hat auf das im Erdboden verborgene kulturelle Archiv unserer Zivilisationsgeschichte eine ähnlich verheerende Wirkung wie ein Flächenbrand. Es ist die Aufgabe der Bodendenkmalpflege, das von der Zerstörung bedrohte Kulturgut mit den Mitteln der Archäologie in Papierform zu überführen und so zukünftigen Generationen zu erhalten.

In Deutschland führen in vielen Bundesländern spezialisierte Fachfirmen, sogenannte Grabungsfirmen, durch Baumaßnahmen notwendig gewordene Ausgrabungen im Auftrag von Bauämtern ebenso wie von privaten Bauherren durch. Im Gegensatz zu den Ergebnissen vergleichbarer Untersuchungen von Denkmalbehörden oder Universitäten, blieben die Ergebnisse der von Grabungsfirmen durchgeführten Grabungen bislang der Fachwelt ebenso wie der Öffentlichkeit weitgehend im Dunkel der Ortsarchive verborgen. Der wissenschaftliche Wert einer Ausgrabung wird aber erst im Gesamtbild deutlich. Jede noch so kleine archäologische Erkundung des Bodenarchivs bildet ein Puzzleteil, das erst in der Verknüpfung mit weiteren Teilen ein Bild erkennen lässt.

Gerade die vorliegende Ausgrabung von Frau Eigen in Tönnisvorst-Vorst ist dafür ein anschauliches Beispiel. War doch in Vorst bei Ausgrabungen in den 1980er Jahren ein römisches Gräberfeld entdeckt und später von Clive Bridger publiziert worden. Nur die zugehörige Siedlung suchte man in den letzten 30 Jahren vergebens. Der vorliegende Band schließt diese Forschungslücke.

In enger Kooperation zwischen der DGUF und den Grabungsfirmen bildet dieser erste Band der „Archäologischen Quellen“ den Auftakt einer wissenschaftlichen Reihe, die die Publikationslücke der Ergebnisse der Grabungsfirmen schließen wird.

Das Buch ist gedruckt und auch im Open Access erhältlich.

Beispielsweise über den Service von Propylaeum-eBOOKS der Universitätsbibliothek Heidelberg oder bei amazon.