Aktuelle Projekte

München: Maximilianstraße

Das unterirdische München: Reste der Stadtmauern entdeckt.

Grabungen im Bereich zwischen dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege und der Maximilianstraße fördern mittelalterliche Stadtmauer zutage.
Zur Vorbereitung einer Baumaßnahme fanden zwischen der Maximilianstraße 6 und dem Hauptgebäude des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege archäologische Untersuchungen statt. Erwartungsgemäß traten mächtige Reste der Münchener Stadtbefestigung zu Tage; unerwartet war, dass diese Reste nur 80 cm unter dem heutigen Pflaster liegen und außerordentlich gut erhalten sind.
Unter Leitung des Landesamts für Denkmalpflege legten Archäologen die Reste der Stadtmauer aus dem 13. Jahrhundert, der Zwingermauer aus dem 15. Jahrhundert sowie der Bebauungen und Nutzungen des 18. und 19. Jahrhunderts frei.
Nach Anlage der Maximilianstraße durch Friedrich von Bürklein 1853 schlossen sich an die Alte Münze die Gebäude mit den Hausnummern 6 und 8 an, verbunden waren sie durch offene Arkaden. Zwischen den beiden Gebäudekomplexen befand sich ein ebenfalls von Bürklein angelegter Garten — auch Reste dieser Nutzung sind bei den Grabungen erkennbar. Unter dem Kellergeschoss der Maximilianstraße 6 werden zudem Reste des so genannten „Hexenturms“ vermutet. Seine Lage und sein Zustand sollen durch eine weitere Sondage geprüft werden.
Die älteren Kulturschichten, die während der Grabungen zutage treten, sind hier fast zwei Meter dick. Sie ermöglichen damit einmalige Einblicke in die frühere Bebauung und Nutzung der Fläche.
Der Fund zeigt, wie gut sich Geschichtszeugnisse aus allen Epochen trotz Kriegszerstörungen und intensiver Bautätigkeit unter dem heutigen Pflaster unserer Stadt- und Siedlungskerne („Altorte“) erhalten haben, und wie wichtig es ist, diese zu schützen.

 

Pasing: Knochenfund bei Fernwärme-Arbeiten

Bei Fernwärme-Arbeiten wurde vergangene Woche in der Planegger Straße auf Höhe der Gaststätte Schweizer Hof ein Gräberfeld aus dem frühen Mittelalter entdeckt. Dabei handelt es sich um so genannte Reihengräber, die nach Osten ausgerichtet sind, was auf einen frühchristlichen Einfluss schließen lässt.
Ein Mitarbeiter von Archbau Bayern – spezialisiert auf archäologische Ausgrabungen – war bei den Baggerarbeiten immer vor Ort. Aufgrund der Farbe des Erdreichs konnten die Wissenschaftler schließlich die Grabstätten ausfindig machen. Von da an musste das schwere Gerät archäologischem Werkzeug weichen. Das Archäologen-Team von Archbau Bayern hatte mit einem Fund in dieser Umgebung gerechnet wie Niederlassungsleiter Dr. Arne Schmid-Hecklau erklärt: „Vor zwanzig Jahren wurden bereits auf Höhe der Peter-Putz-Straße Gräber entdeckt.“ Dadurch werde es auch kaum zu Zeitverzögerungen bei den Bauarbeiten geben, da die archäologischen Untersuchungen schon eingeplant waren. An der Maßnahme beteiligt ist auch das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege.
„Das Besondere bei den aktuellen Ausgrabungen sind die Grabbeigaben der tiefgelegenen Bestattungen. Bislang sind unter anderem ein Bronzearmring und Perlen zum Vorschein gekommen.“, so der Niederlassungsleiter der Archbau. Die Funde seien auch für die Geschichte Pasings von großer Bedeutung. Im Hinblick auf die bislang bekannte Siedlungstopografie befand sich in dieser Gegend der älteste dörfliche Ortskern. Die Grabungen werden allerdings nicht über die Arbeiten im Rahmen der Fernwärmeerschließung hinausgehen. Die Kosten müssten hierfür – nach dem Verursacherprinzip – die Stadtwerke als Bauträger übernehmen. So tragen Dr. Schmid-Hecklau und sein Team zumindest auf der freigelegten Fläche in mühevoller Kleinarbeit das Erdreich Schicht für Schicht ab. Etwa 15 Grabstätten konnten sie inzwischen ausmachen.
Nachdem die historisch bedeutungsvollen Gebeine gesichert wurden, werden sie zunächst beim Landesamt für Denkmalpflege aufbewahrt, bevor sie dann ihren endgültigen Platz in der archäologischen Abteilung der Bayerischen Staatssammlung finden werden.

Pasing

KZ Dachau

Die Bereitschaftspolizei Dachau plant einen neuen Fahrübungsplatz sowie einen Ersatzparkplatz auf ihrem Gelände zu bauen. Da sich die Bereitschaftspolizei auf dem Gebiet des Bereiches des ehemaligen KZs Dachau befindet, wurde der Oberbodenabtrag beobachtet. Es konnten mehrere Fundamente verschiedener Bauphasen freigelegt und aufgenommen werden.
Die beiden größten Komplexe bilden das Bodenfundament einer Kasernen der SS mit Versorgungsschächten, Regenabflüssen, befestigten Eingangsbereich mit Abtritt und Blumenbeeten und die Reste eines Waschplatz der US Streitkräfte inklusive der Überreste zweier Tanksäulen sowie die Fundamente zweier Latrinen, die direkt über eine der abgerissenen Kasernen der Wachmannschaften errichtet wurde. Im Randbereich der Fläche konnte ein begehbarer Hauptversorgungsschacht freigelegt werden, der lange nachgenutzt wurde. Die Arbeiten im Bereich des Fahrübungsplatzes sind für September geplant.

KZ-Gelände
2. Weltkrieg/ Besatzungszeit

Auftraggeber: staatliches Bauamt Freising